08.01.2017

Derbysieg zum Neujahrsauftakt gegen Bochum

Der 14. Spieltag bereitete eine große Bühne für den Auftakt in das Jahr 2017 für die Basketballer des FC Schalke 04. Kein geringerer Gegner als der Reviernachbar, die VfL AstroStars Bochum, trat den Weg in die Halle an der Mühlbachstraße bei Eisglätte im Ruhrgebiet an. Vor knapp 700 Zuschauern auf Schalke gewannen die Königsblauen das Rückspiel des Revierderbys mit 86:77 und holten zwei Punkte auf die fünftplatzierten Bochumer auf.

Die Pre-Game-Phase auf Schalke verlief allerdings nicht nach Plan. Der Bochumer Center Devon Roberts testete knapp eine Stunde vor Tip-Off die Korbanlage mit so großer Wucht, dass der Ring aus seiner Halterung riss. In Windeseile montierte das Helferteam der Schalker Basketballer einen Ersatzring an der dafür vorgesehenen Halterung. Da allerdings durch die Wucht des Aufpralls auch die 24-Sekunden-Anlage einen Schaden genommen hatte, musste auch diese im Anschluss repariert werden. Der Tip-Off auf Schalke wurde somit um 15 Minuten auf 19:45 Uhr verlegt. „In meiner Zeit auf Schalke habe ich ein solches Szenario noch nicht erlebt. Als wir den Ring wieder fachgerecht montiert haben, zeigte sich das Problem an der 24-Sekunden-Uhr. Es war ein Auf- und Ab der Gefühle. Ich kann nur meinen Dank an unser Helferteam richten, das eine super Arbeit geleistet hat, sodass dieses Derby schlussendlich wie geplant ausgetragen werden konnte“, dankte Vorstand Marketing Tobias Steinert nach dem Spiel den fleißigen Helfern in der Halle.

Diese widrigen Umstände in der Spielvorbereitung steckten die favorisierten Bochumer zunächst besser weg und konnten nach fünf Spielminuten durch 13 Punkte vom stark aufspielenden Felix Engel mit 13:5 in Führung gehen. Im Anschluss fanden die Schalker zwar über Patrick Carney und Courtney Belger besser ins Spiel, doch konnten sie die AstroStars in der Defense nicht entscheidend stoppen. So ging das erste Viertel mit 12:19 an die Gäste aus Bochum. „Wir sind nach der Verzögerung zu Beginn katastrophal in das Spiel gestartet und haben zu viel in der Defense durchgehen lassen. Allein Felix Engel hat uns mit den ersten 13 Punkten im Alleingang nahezu vorgeführt. Den Start haben wir uns sicher ganz anders vorgestellt“, tobte S04-Coach Raphael Wilder nach dem Spiel über die Startphase seiner Mannschaft.

Im zweiten Viertel änderte sich dann nach zwei Minuten abrupt das Spielgeschehen. Nachdem die AstroStars mit 24:12 in Führung gingen, spielten nur noch die Königsblauen. Die Schalker fanden ihre Treffsicherheit zurück und verteidigten nun gut gegen die offensiv starken AstroStars. Durch einen 25:10-Lauf bis zur Halbzeit, an dem Patrick Carney mit neun Punkten den größten Anteil hatte, drehten die Knappen nicht nur das Spiel, sondern gingen auch mit einer 37:34-Halbzeitführung in die Pause. „Ab der 22. Minute hatten wir endlich eine Fünf auf dem Feld, die sich zusammengefunden und in einen Lauf gekämpft hat. Wir haben eine Energieleistung in der Offensive und in der Defense hingelegt und so innerhalb von nur acht Minuten einen 25:10-Lauf hingelegt. So waren wir bis zur Halbzeit wieder zurück im Spiel“, lobte Wilder seine Mannschaft für das Comeback im zweiten Viertel des Derbys.

Entschlossene Schalker holen den Derbysieg gegen Bochum

„Wir haben uns in der Halbzeit vorgenommen, Clayton Wilson weiterhin nicht ins Spiel kommen zu lassen und die Defense gegen Gary Johnson und gegen den bis dahin starken Felix Engel zu forcieren“, gewährte Wilder Einblicke in seine Halbzeitansprache. Sein Team setzte seine Vorgaben zunächst auch perfekt um. Im dritten Viertel scorte keiner der von Wilder ausgemachten Schlüsselspieler der AstroStars und die Schalker konnten durch eine couragierte Defensiv- und eine ordentliche Offensivleistung den Vorsprung weiter ausbauen. Patrick Carney und Courtney Belger trugen die Offensive der Schalker und konnten bis zum Viertelende den Vorsprung auf 54:47 ausbauen. „Meine Mannschaft hat unser Vorhaben exzellent umgesetzt und ausschließlich die beiden Center Michael Haucke und Devon Roberts punkten lassen. Das war eine ganz starke Defensivleistung von uns“, zeigte sich Wilder über die Verteidigung seiner Mannschaft erfreut.

Die Punkteverteilung gegen Bochum:

Patrick Carney 30, Courtney Belger 15, Daniel Boahene 11, Nikita Khartchenkov 9, Trent Weaver 8, Marco Buljevic 7, Thomas Szewczyk 4, Michael Agyapong 2, Lennart Weichsel, Dorian McDaniel

Im entscheidenden letzten Viertel kamen die Gäste aus Bochum noch einmal zurück in die Partie und nun traf auch wieder der Topscorer der Gäste, Gary Johnson, seine teilweise enggedeckten Würfe. Nach 34 Spielminuten, bei einer knappen 63:61-Führung für den S04, nahm Coach Wilder eine Auszeit und schwor seine Mannschaft noch einmal auf die entscheidende Phase des Spiels ein. Erneut folgte die Mannschaft den Worten des erfahrenen Trainers und kontrollierte fortan das enge Spiel. Obwohl Gary Johnson weiter seine volle Leistungsstärke unter Beweis stellte, führten die Königsblauen stets knapp in der Partie und hielten das Zepter des Handels in der Hand. Als Patrick Carney dann ab der 37. Minute erneut das Spiel des S04 übernahm, konnten sich die Knappen nun einen deutlichen Vorteil erspielen. Der Schalker US-Guard trug mit 12 Zählern in den letzten fünf Minuten der Partie dazu bei, dass sich die Königsblauen durch einen seiner erfolgreichen Dreier 1,7 Sekunden vor Schluss auf 86:75 absetzen konnten. Doch die AstroStars konnten mit der Sirene noch einmal über Michael Haucke zurückschlagen, sodass die Knappen am Ende zwar einen verdienten 86:77-Derbysieg einführen, den direkten Vergleich aber bei den Bochumern belassen mussten. „Bochum kam über Gary Johnson noch einmal gut zurück in die Partie, aber wir konnten durch die entscheidende Phase hinweg immer knapp führen und hatten den psychologischen Vorteil auf unserer Seite. Als Patrick dann wieder im Spiel war und als Leader vorneweg gezogen ist und seine Würfe getroffen hat, war der direkte Vergleich plötzlich in Reichweite. Unser Plan, einen späten Dreier zur erzielen, ist voll aufgegangen. Doch in den letzten 1,7 Sekunden waren wir nicht konzentriert genug, um die Bochumer Offensive zu stoppen. Schade um den direkten Vergleich, aber ich denke nicht, dass wir uns am Ende der regulären Saison mit Bochum messen müssen, da ich sie sehr stark einschätze und sie immer noch zwei Siege Vorsprung haben“, hielt Wilder über die Schlussphase der Partie fest.

„Das Derby war heute ein sehr dominantes Spiel unserer Guards, die uns in der Offensive getragen und das Spiel für uns gewonnen haben. Unser Schlüssel zum Sieg war aber heute unsere sehr gute Defense über 40 Minuten gegen Wilson, über drei Viertel gegen Johnson und nach der Halbzeit gegen Engel. Wir haben in meinen Augen verdient gewonnen, weil wir als Team sehr gut funktioniert haben an diesem Tag. Dieser Sieg war für unser Selbstvertrauen sehr wichtig, nachdem wir die beiden Spiele vor der Winterpause verloren haben. Daher freut es mich sehr, dass wir die zwei Punkte hierbehalten konnten“, resümierte Coach Wilder abschließend.

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