06.02.2017

Big-Point im Kampf um die Playoff-Plätze

Die reguläre Saison 2016/17 der 2. Basketball-Bundesliga ProB neigt sich allmählich ihrem Ende entgegen und so wird jeder Sieg im Kampf um die Playoff-Plätze in der Tabelle wertvoller. Am 18. Spieltag empfingen die Basketballer des FC Schalke 04 die MTV Herzöge Wolfenbüttel als direkten Konkurrenten um die ersten acht Plätze in der Tabelle und gewannen eine umkämpfte Partie am Ende souverän mit 88:81.

Die personelle Situation auf Schalke war im Vergleich zum Gastspiel in Iserlohn in der Vorwoche weiter angespannt. Zwar kehrte Thomas Szewczyk nach überstandener Grippe zurück aufs Parkett, dafür verbrannte sich US-Center Trent Weaver allerdings bei einem häuslichen Unfall vier Finger schwer, sodass er stark eingeschränkt trainieren konnte. Auch Marco Buljevic konnte wegen Oberschenkelbeschwerden ein dosiertes Training aufnehmen und fehlte am Sonntag beim Spiel gänzlich im Kader des S04.

Das Spiel begann dafür rasant auf beiden Seiten. Beide Teams gingen mit einem offenen Visier in die Partie und so hatte die Partie zu Beginn ein hohes Tempo. Einen großen Anteil daran hatte auf Seiten der Königsblauen Center Daniel Boahene, der gleich im ersten Viertel 10 Punkte erzielen konnte. Doch die von Spielertrainer Demetrius Ward angeführten Herzöge aus Wolfenbüttel hielten dagegen, sodass die Schalker nur mit einer hauchdünnen 22:21-Führung in das zweite Viertel gehen konnten. „Beide Mannschaften haben in diesem Spiel intensiv gekämpft. Es war zwar kein schönes Spiel, aber die Intensität auf dem Feld war hoch“, stellte S04-Coach Raphael Wilder nach dem Spiel heraus.

Das gleiche Bild zeigte sich dann auch im zweiten Viertel des Spiels. Auf Seiten des S04 übernahm Courtney Belger mehr Verantwortung in der Offensive und setzte gemeinsam mit Patrick Carney wichtige Akzente. Wolfenbüttel ließ sich aber nicht abschütteln und drehte beim Stand von 28:31 die Partie kurzzeitig zu seinen Gunsten, ehe Patrick Carney, Courtney Belger und Daniel Boahene die Führung im Kollektiv wieder auf die Seite der Königsblauen holen konnten. Beim 40:38-Halbzeitstand war das Spiel in der Halle an der Mühlbachstraße weiterhin völlig offen.

Szewczyk-Verletzung schockt S04 kurz

Nach der Pause galt es für den S04 den starken US-Center der Herzöge, Khalil Kelley, unter dem Ring zu stoppen, um die Offensive der Herzöge einzuschränken. Bis 19 Sekunden vor Ende des Viertels konnten sich die Schalker so einen kleinen 63:57-Vorsprung erkämpfen, doch dann kam der Schock-Moment für das Wilder-Team. Guard Thomas Szewczyk prallte bei einer Defensivaktion mit seinem Gegenspieler unglücklich zusammen und blieb sofort blutüberströmt benommen auf dem Hallenboden liegen. Ein tiefer Cut über dem rechten Auge führte zu einer mehrminütigen Spielunterbrechung. Als der 25-Jährige unter den tosenden Genesungswünschen mit einem dicken Turban die Halle verließ um umgehend ins nächstgelegene Krankenhaus zu fahren, war der S04 erst einmal im Schockzustand. Die Herzöge nutzten diese Verunsicherung und verkürzten noch vor der Viertelsirene zum 63:58-Viertelendstand.

Die Punkteverteilung gegen Wolfenbüttel:

Courtney Belger (29), Patrick Carney (21), Daniel Boahene (15), Nikita Khartchenkov (6), Thomas Szewczyk (6), Michael Agyapong (5), Lennart Weichsel (4), Trent Weaver (2)

Auch im letzten Viertel setzte sich dieser lähmende Zustand auf Seiten des S04 fort und Tom Alte konnte für Wolfenbüttel auf 60:65 verkürzen, ehe Nikita Khartchenkov den S04 aus der Mitteldistanz erlösen und die Schalker wieder in den Rhythmus bringen konnte. In der Folgezeit übernahmen Carney und Belger für den S04 das Ruder und konnten durch eine gute Offensive den S04 mit 80:66 bei noch verbleibenden 2:49 Minuten auf der Spieluhr entscheidend in Führung bringen, sodass der 12-Punkte-Rückstand aus dem Hinspiel im Hinblick auf den direkten Vergleich beider Teams egalisiert war. Doch dieser Rückstand weckte die Herzöge noch einmal auf und die Schalker mussten mitansehen, wie Wolfenbüttel den Rückstand in den Schlussminuten noch einmal auf fünf Punkte reduzieren konnte. Am Ende stand war ein souveräner 88:81-Erfolg auf Seiten der Schalker, doch der direkte Vergleich, der entscheidend bei einer Punktegleichheit am Ender der regulären Saison ist, blieb weiter bei den Gästen aus Wolfenbüttel. „Ich bin froh über diesen Sieg, da er enorm wichtig war. Wir haben zwei Teams auf Augenhöhe erlebt, die beide unbedingt diese Punkte wollten. Leider haben wir es nicht geschafft, das Punktepolster am Ende des Spiels über die Zeit zu bringen, sodass Wolfenbüttel den direkten Vergleich schlussendlich gewonnen hat, aber die zwei Punkte waren dennoch enorm wichtig im Kampf um die Playoffs“, so Coach Raphael Wilder.

Kurz nach dem Spiel gab es auch Entwarnung bei Thomas Szewczyk. Der Guard kehrte eine Viertelstunde nach der Schlusssirene mit einem dicken blauen Kopfverband in die Halle zurück und bedankte sich bei allen Fans. „Ich habe mitbekommen, dass die Fans meinen Namen gerufen haben und bin sehr dankbar für die Unterstützung. Dafür möchte ich mich herzlich bedanken“, so Szewczyk abschließend.

Mehr zum Thema

Das Scouting zum Spiel

Nächste Termine / Kalender

Sa., 23.09. 19.30 Uhr Itzehoe Eagles vs. FC Schalke 04
So., 01.10. 16.00 Uhr FC Schalke 04 - VfL SparkassenStars Bochum
Sa., 07.10. 19.00 Uhr Baskets Akademie - FC Schalke 04
Sa., 14.10. 19.30 Uhr FC Schalke 04 - LOK Bernau
Sa., 21.10. 19.30 Uhr FC Schalke 04 - ETB Wohnbau Baskets Essen

Die Tabelle der ProB

# TeamGS:NPKT
1 Bernau 18 13 : 5 26
2 Quakenbrück 18 13 : 5 26
3 Iserlohn 18 12 : 6 24
4 Oldenburg 18 12 : 6 24
5 Bochum 18 11 : 7 22
6 Schalke 18 9 : 9 18
7 Itzehoe 18 9 : 9 18
8 Rostock 18 8 : 10 16
9 Wedel 18 7 : 11 14
10 Wolfenbüttel 18 6 : 12 12
11 Stahnsdorf 18 5 : 13 10
12 Recklinghausen 18 3 : 15 6