30.03.2017

Tobias Steinert im Interview!

Die Saison 2016/2017 ist für die Basketballer des FC Schalke 04 grade erst vor knapp einer Woche geendet, da häufen sich bereits die Fragen nach der Spielzeit 2017/2018. Seit Beginn der vergangenen Saison ist Vorstand Marketing Tobias Steinert neben den Marketingaktivitäten auch verantwortlich für den Bereich Profisport in der 2. Basketball-Bundesliga ProB.

Im Interview stellt er sich den Fragen, spricht er über sein Saisonfazit und gibt einen Einblick in die Planungen für die kommende Saison.

Fangen wir wir ganz weit vorne an. Noch vor dem ersten Spieltag in der 2. Basketball-Bundesliga ProB musste Abteilungsleiter Karl Goetza aus gesundheitlichen Gründen von seinem Amt zurücktreten. Was hatte das für Auswirkungen?

Die komplette Aufgabenzuordnung innerhalb des Vorstandes hat sich durch den Rücktritt von Karl Goetza verändert. Neben dem Marketing, war ich plötzlich auch für den gesamten Bereich Profisport verantwortlich und musste mich quasi über Nacht in das Thema Spielerlizenzen einlesen und mich um das Teammanagement kümmern. Das war für uns alle eine große Herausforderung, die wir in meinen Augen jedoch hervorragend gemeistert haben. Alle Mitarbeiter und ehrenamtliche Helfer sind bis an die Grenzen der Leistungsfähigkeit gegangen, wofür ich mich an dieser Stelle auch nochmal ausdrücklich bedanken möchte.

Was waren die Herausforderungen in der 2. Basketball-Bundesliga im Vergleich zur Regionalliga?

Nach dem Aufstieg in die ProB war die Vorfreude und der Stolz natürlich nicht nur bei allen Fans, sondern auch bei allen Verantwortlichen und Mitarbeitern groß. Bis auf Coach Raphael Wilder hatte aber keiner Erfahrungen in der 2. Basketball-Bundesliga mit all ihren Anforderungen und Nebengeräuschen. Der Mehraufwand war erheblich. Um dem gerecht zu werden, haben wir eine Priorisierung der Aufgaben durchgeführt und uns auf die Kernthemen konzentriert. Dadurch mussten wir z.B. den Ausbau einiger Aktivitäten erst einmal zurückstellen. Da gilt der Dank auch unseren Partnern für ihr Verständnis, dass die gewohnte Intensität unseres Kontaktes teilweise ein wenig abgenommen hat. Insgesamt konnten wir die Professionalisierung der Abteilung jedoch in sämtlichen Bereichen weiter vorantreiben und haben auf allen Ebenen eine sehr gute Saison hingelegt.

Wie zufrieden bist Du mit der Saison? Sowohl aus der sportlichen Sicht, als auch im Hinblick auf die Marketingaktivitäten der Abteilung?

Wir haben in Gelsenkirchen eine Basketballeuphorie entfacht und haben alle gesteckten Ziele erreicht.

Tobias Steinert

Wir können in beiden Bereichen super zufrieden sein. Wir haben in Gelsenkirchen eine Basketballeuphorie entfacht und haben alle gesteckten Ziele erreicht. Im Marketingbereich ist das messbar an Zuschauerzahlen, an Reichweiten. Da bin ich mehr als zufrieden. Die Saison hat allen gezeigt, dass die Akzeptanz für Basketball auf Schalke und in Gelsenkirchen da ist und wir uns als Abteilung in der Stadt und bei den Fans durchgesetzt haben. Selbstverständlich wollen wir keinen Stillstand, sondern Fortschritt, daher gilt es jetzt Pläne zu entwickeln um die Reichweiten noch weiter zu erhöhen und die Zuschauerzahlen weiter zu steigern. Daran werden wir in den nächsten Wochen und Monaten arbeiten.

Aus sportlicher Sicht war das ebenfalls eine tolle Saison, mit der wir absolut zufrieden sein können. Wir hatten uns als Ziel gesetzt in der ersten ProB-Saison in die Playoffs einzuziehen. Dieses Ziel haben wir bereits frühzeitig mit dem 6. Platz erreicht. Wir hatten bereits in der regulären Saison ausverkaufte Hallen, eine tolle Stimmung und viele neue Zuschauer, die wir für uns gewinnen konnten. Darüber hinaus haben wir den Fans drei Playoff-Spiele geboten, in denen die Mannschaft alles gegeben hat. Wir hatten ein Playoff-Heimspiel, bei dem die Halle gekocht hat und in dem wir ein drittes Spiel gegen einen sehr sehr starken Gegner aus Elchingen erzwungen haben. Die Niederlage im dritten Spiel ist nur ein kleiner Wehrmutstropfen und soll nicht darüber hinwegtäuschen, dass wir mit dem Kader und den uns zur Verfügung stehenden Mitteln das Maximum herausgeholt haben. Darauf können wir alle stolz sein!

Ein großes Kompliment an Coach Wilder!

Grade in dieser Saison hat die Liga noch einmal einen Schritt nach vorne gemacht und die Vereine haben sehr viel investiert. Wie ist das Abschneiden vor diesem Hintergrund zu bewerten?

Ich kann Coach Wilder da nur ein ganz großes Kompliment aussprechen. Wenn man es an den finanziellen Voraussetzungen misst, haben wir definitiv über unseren Verhältnissen gespielt. Die Rostock Seawolves haben beispielsweise vor kurzem ihren Etat von ca. 750.000€ öffentlich gemacht. Das ist das Vielfache unseres Etats und trotzdem konnten wir sie hinter uns lassen. Oder auch ein Team wie die Artland Dragons aus Quakenbrück, die mit hervorragenden Strukturen aus BBL-Zeiten arbeiten können und in dieser Saison in die ProA aufsteigen wollten. Letzlich sind sie genauso weit gekommen wie wir als Aufsteiger aus der Regionalliga. Das bestätigt nur die gute Arbeit, die wir in dieser Saison geleistet haben.

Wie wird es in der kommenden Spielzeit weitergehen? Wie sehen die Planungen so kurz nach Ende der Saison aus?

Die Planungen gestalten sich aktuell etwas schwierig, da die Ausländerregelung momentan überarbeitet wird. Vor einigen Tagen hat die 2. Basketball-Bundesliga den Entwurf einer neuen Regelung vorgestellt, der jedoch noch keine rechtliche Gültigkeit hat, bis er durch die Gesellschafterversammlung der Liga bestätigt wurde. Bis dahin ist eine fixe Kaderplanung nur bedingt möglich, da die komplette Ausgestaltung davon abhängt. Des Weiteren befinden wir uns aktuell in Gesprächen mit dem Hauptverein über die Planungen für die nächste Saison. Hier wird es in Kürze eine Zusammenkunft geben. Erst wenn diese Gespräche abgeschlossen sind, werden wir fixe Entscheidungen treffen. Nichtsdestotrotz befinden wir uns natürlich bereits im Austausch mit Coach Wilder und den Spielern, die wir gerne halten möchten.

Wie weit sind die Gespräche mit dem Trainer und den Spielern?

Der Vertrag von Raphael Wilder läuft im Sommer aus. Auch mit dem Coach befinden wir uns in sehr guten Gesprächen, in denen die Rahmenbedingungen bereits abgesteckt wurden. Der Ausgang der Gespräche ist jedoch noch offen und hängt von weiteren Faktoren ab. Sobald wir hier Vollzug melden können, werden wir das auch sofort kommunizieren. Die Spielerverpflichtungen hängen natürlich auch von der Trainerfrage ab, aber auch hier stehen wir in engem Kontakt mit den Jungs und werden dann auch zeitnah die ersten Verpflichtungen bekanntgeben können, sobald die anderen Entscheidungen getroffen worden sind.

Kann man schon etwas über die Ziele in der kommenden Saison sagen?

Dafür ist es zu diesem Zeitpunkt noch viel zu früh. Wir müssen nun zunächst einmal schauen welche Möglichkeiten wir haben und dann natürlich auch genau beobachten was die anderen Vereine auf die Beine stellen. Die Liga wird sich auch zur kommenden Saison weiterentwickeln und nicht stillstehen. Stillstand ist jedoch auch etwas, das wir auf Schalke nicht wollen. Wir werden uns weiter professionalisieren, konkurrenzfähig bleiben und natürlich versuchen uns im Vergleich zu dieser Saison zu steigern. Vor allem müssen wir als Abteilung in unseren Strukturen wachsen, weitere Leute einbinden und die anfallenden Aufgaben auf breitere Schultern verteilen. Ein ganz großes Thema hinsichtlich der Professionalisierung ist dabei auch die Trainingsinfrastruktur. Da benötigen wir unbedingt weitere Hallenkapazitäten im Vormittagsbereich. Das war in dieser Saison sehr schwierig. Wir müssen dem Team die Möglichkeit bieten auch vormittags Trainingseinheiten durchzuführen und auch taktische Systeme trainieren zu können. Das gehört im professionellen Basketball zu den Grundvoraussetzungen. Auch im Jugendbereich wollen wir wachsen und gehen demnächst das Projekt JBBL Qualifikation an.